Montag, 29. Dezember 2014

Weihnachten/ Pisco Elqui/ Mamalluca

Feliz Pascua! Feliz Navidad!
Weihnachten im Sommer... Naja, weiße Weihnachten hatte ich dieses Jahr in Chile auch nicht. Das Eis an Heilig Abend ist sogar schon nach 2 Minuten auf dem Tisch stehend geschmolzen. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung gewesen, die ich nie vergessen werde! Und ja, es war schon komisch. Ich konnte es mir bis Mittags am 24. Dezember immer noch nicht vorstellen, wie wir denn jetzt hier bei der Hitze und Sonne und einfach im Sommer Weihnachten feiern können... Der Tag hat normal begonnen, wie jeder andere auch, ein ganz normaler Arbeitstag. Die Läden haben auch noch ziemlich lange an dem Tag offen, also teilweise schon bis 5 oder 6 nachmittags. Naja, und Pascua, also Weihnachten, ist ja auch erst am 25. Dezember. Pascua, daran musste ich mich hier auch erst gewöhnen, ich dachte immer pascua heißt Ostern und dann sieht man hier überall Feliz Pascua, also Frohe Ostern, stehen und Pascua ist am 25ten und ich dachte immer nur hää?! Bis mir erklärt wurde, dass es drei verschiedene Pascuas gibt. Pascua de Navidad, Pascua de Resurrección (Auferstehung) und Pascua de Pentecostés (Pfingsten). Pascua de Navidad ist Weihnachten, wozu sie hier eben auch oft einfach nur Pascua sagen. Pascua de Resurrección ist Ostern. Und Pascua de Penecostés ist Pfingsten. Daher kann man sich hier auch Feliz Pascua am 25. Dezember wüschen. Das nur so mal nebenbei, wo war ich denn stehen geblieben: Am 24. Dezember, Heilig Abend. Ich bin Mittags in die Kirche. Kurze Hose, T-Shirt, die Sonne hat gescheint, der Himmel war blau, keine Wolke zu sehen und mir war einfach nur viel zu warm. Komisches Gefühl als ich zur Messe gelaufen bin... Die Messe war in einem naja, dazu kann man nicht unbedingt Kirche sagen, wohl eher in einem Raum. Der Raum war vielleicht so groß wie ein kleines Wohnzimmer. Was dort natürlich nicht fehlen durfte, war der Ventilator. Natürlich und zum Glück gab es dort einen. Die Messe war eigentlich schon ziemlich weihnachtlich. Es wurde gesungen, gebeten, erzählt, wie in Deutschland auch in der Messe.
Danach bin ich wieder zurückgelaufen. Naja, ok, man muss dazu sagen, ich war in einer "Vormesse" um 4 Uhr mittags (ca. bis 5). Die Läden waren immer noch offen, es war hell, natürlich, es ist ja erst 5 Uhr gewesen! und es war immer noch richtig warm. Als ich daheim war, haben wir, also meine Großtante und ich, das Essen fertig gemacht und zusammen mit meiner anderen Großtante und den Gästen, die an dem Tag da waren, zwei Holländerinnen und eine Deutsche, gegessen. Es gab Hühnchenschnitzel mit Kartoffelsalat :) Das war ganz schön, wir haben auch ein wenig Weihnachtsmusik laufen lassen, damit wir nicht vergessen, dass Weihnachten ist... Später sind noch zwei Freunde von meiner Großtante gekommen und wir haben die Bescherung gemacht.
Das bin ich, meine zwei Großtanten, Blanci und eine Freundin von meiner Großtante

Das ist übringens der Weihnachtsbaum draußen bei Nacht


Unser Plastikweihnachtsbaum drin mit echten Kerzen
Danach bin ich noch ein wenig nach oben zu den Gästen und wir haben zusammen Karten gespielt.
Tanja, Esmee, Hester und ich (Esmee und Hester sind die Holländerinnen)



Also ehrlich gesagt, ist es schon lustig, wie die Chilenen hier Heilig Abend bzw. Weihnachten feiern... Der Weihnachtsmann ist nämlich mit dem Feuerwehrauto, glaub ich, durch die ganze Stadt gefahren. Das Auto war mit viel Bling Bling geschmückt und die Sirene war natürlich auch an :)) Das war schon ziemlich lustig, weil die Sirenen hier nicht nur so Tatütata machen, sonder einen ganz unregelmäßigen Rhythmus haben. Das ging dann ungefähr von 8 bis 12 und am 25. ging das dann ungefähr den ganzen Nachmittag so. Den 25. haben wir ziemlich entspannt verbraucht. Ich war am Nachmittag mit den zwei Holländerinnen am oder im Pool :) dazu gab es dann die schöne "Musik" Tatüütütatütata vom Weihnachtsmann.

Am 26. bin ich dann mit den zwei Holländerinnen und der Deutschen nach Pisco Elqui gefahren. Dort haben wir uns ein wenig umgeschaut, haben uns ein Fahrrad gemietet und sind zu der Pisquera gefahren. Das ist eine Fabrik bzw. ein Museum vom Pisco (Schnaps, der hier aus den Trauben gemacht wird). Das war ziemlich interessant, auch wenn uns der Wein und die anderen zwei Arten von Pisco, die wir dort probieren durften, nicht wirklich geschmeckt hat. Der Wein war extrem süß und die anderen Piscoarten waren beide relativ stark... Insgesamt war es ein schöner Tag dort.









Da steht übringens was deutsches :)





So, und jetzt noch zu Mamalluca. Mamalluca ist ein Berg auf dem ein Observatorium ist. Dort war ich Samstagnacht. Es war echt interessant und ich habe viele Sternbilder von hier kennengelernt. Durch das Teleskop hab ich den Mond und Sternbilder angeschaut. Hier ist auch ein Bild von dem Mond durch das Teleskop :)




Das war ziemlich viel, was in den letzten paar Tagen hier noch passiert ist, und jetzt ist für mich die Zeit hier bei meiner Großtante auch schon vorbei. Ich war hier jetzt 3 Monate. Jetzt werden mich meine Eltern besuchen und wir werden uns gemeinsam den Süden von Chile anschauen. Ich freue mich schon darauf und ich hoffe, dass es schön wird. Wenn ich dazwischen irgendwann mal Zeit und Internet habe, werde ich mich melden und ein wenig berichten, was ich schon gesehen habe. Liebe Grüße aus Chile

Montag, 22. Dezember 2014

Mein Geburtstag/ Mendoza/ El Tololo

Mein Geburtstag ist ja nun schon bisschen länger her. Trotzdem noch kurz was dazu ;)
Mein erster Geburtstag im Sommer! Die Sonne hat gescheint, ca. 31°C und ich hab den Tag ungefähr so am Pool genossen :)
  





Am Montag letzte Woche war ich in Mendoza. Das ist die nähste Großstadt in Argentinien von hier aus. Dort war ich, um mein Touristenvisum zu verlängern. Da man nur 3 Monate maximal in Chile bleiben darf. Wenn man also einen Tag ausreist, bekommt man ein neues Touristenvisum, das genauso wieder 90 Tage lang gilt.
Am Sonntag Mittag bin ich losgefahren. Mit dem Bus nach La Serena und von dort aus mit dem Bus nachts nach Mendoza. Da es Nacht war und ich geschlafen habe, habe ich nichts von dem Pass bzw. von den Anden auf dem Hinweg gesehen. Das Einzigste was ich mitbekommen habe: Um drei Uhr nachts geht das Licht im Bus an. Wir bleiben stehen. Alle bitte einmal aussteigen. Grenze...
Also alle aussteigen, an einer Schlange anstellen zum Ausreisen, danach an der anderen zum Einreisen. Stempel hier, Stempel dort. Tarjeta de turismo hier, tarjeta de turismo dort. Noch einen Blick in die Taschen und wieder alle einsteigen. Weiter geht es...
Ich war dann früh morgens in Mendoza. Ich stand erstmal da am Busterminal und habe überlegt, was ich nun mache. Es war noch ziemlich früh, also habe ich gedacht, ich suche mir ein schönes Plätzchen, an dem ich mein gerichtetes Brötchen mit Äpfel frühstücken kann. Also bin ich ein wenig in eine Richtung gelaufen. Das war eher nicht in Richtung Zentrum, aber ich habe eine Plaza gefunden, auf der ich dachte mein Brötchen essen zu können. Bis zwei wilde Hunde kamen, die hunger hatten und auch was von meinem Brötchen abhaben wollten. Also bin ich wieder weg von der Plaza. Ich hab dann irgendwo auf einer Bank am Terminal gefrühstückt. Danach habe ich mir gleich ein Busticket wieder zurück gekauft. Der nächste Bus fährt um halb 11 nach Santiago, von dort aus könnte ich also gut mit dem Nachtbus dann zurück nach Vicuña.
Da ich dann also noch ein bisschen Zeit hatte bis der Bus losfährt, bin ich noch ins Zentrum gelaufen. Ich hab mir extra eine Karte an der Información turística geholt, damit ich auch wieder zurückfinde. Hier sind ein paar Bilder:

Das ist die Plaza, auf der ich frühstücken wollte:


Edificio Histórico Pasaje San Martin
 
Legislatura Provincial

Plaza Independencia:




Nun bekomme ich also auch was mit von dem Pass! Die Anden sind einfach richtig beeindruckend! Es ist richtig schön dort und alle 100 Meter sieht es wieder anders aus und wieder anders schön. Ich habe dauernd Fotos gemacht. Was mich schon beeindruckt hat, als ich vor zwei Jahren in Argentinien die Anden beim Skifahren gesehen habe, ist, dass man extrem gut an manchen Stellen sieht, dass es ein Faltengebirge ist. Der Pass war echt richtig schön und ziemlich steil. Außerdem fand ich es auch cool, dass es mitten zwischen den Anden einfach so Stellen gibt, wo alles grün ist, Pferde leben und einfach ziemlich eben ist:






Die Einreise nach Chile ist wesentlich aufwändiger und komplizierter, als nach Argentinien. Den Argentiniern ist das ganze Pipapo mit Koffer anschauen und so eben viel zu aufwändig und die Chilenen sind dabei ziemlich kompliziert... Wir standen erstmal 2 einhalb Stunden an, bis wir überhaupt an der Reihe waren. Dann also erstmal wie nach Argentinien, eine Schlange für die Ausreise, danach an die Schlange zur Einreise. Stempel hier, Stempel dort. Tarjeta de turismo hier, tarjeta de turismo dort.
Danach ging die Durchsuchung der Chilenen also los. Ein Raum, extra für unseren Bus. Ein Laufband mit Scanner, wie beim Flughafen auf der einen Seite des Raums, auf der anderen zwei Reihen Tische. Auf die Tische alles Handgepäck, jeder zu seinem Handgepäck, schön in den zwei Reihen stehen. Komische Sache, man kommt sich vor wie ein Verbrecher. Dann kommt über das Laufband erst das ganze Gepäck, danach das Handgepäck. Ehrlich gesagt, habe ich mir ziemlich viel Gedanken gemacht. Als ich in den Bus in Mendoza eingestiegen bin, hatte ich noch 2 einhalb Äpfel, 3 Käsebrötchen und eine Schokolade bei mir. Die Äpfel mussten weg, dass wusste ich ja schon, nachdem ich schon fast verhaftet wurde, als ich die zwei Äpfel in meinem Handgepäck bei der Herreise dabei hatte. Da haben sie mir gesagt, dass man normalerweise eine Strafe zahlen muss, ich hab aber noch Glück gehabt und nur eine Verwarnung bekommen. Außerdem müsste ich, wenn ich nochmal so böse wäre und aus Versehen Äpfel illegal nach Chile importieren würde, eine Strafe zahlen. Daher also auch meine Gedanken: "Hab ich wirklich nichts Illegales dabei..." Ja, die Äpfel hab ich noch im Bus bis zur Grenze gegessen, die Schokolade auch und den Käse von den Brötchen. Schokolade wäre wahrscheinlich kein Problem gewesen, es heißt nur keine tierische und keine pflanzliche Produkte und kein Obst und so. Aber lieber zu viel weg, als dann Strafe zahlen müssen... ;) Als das ganze Gepäck durchgescannt wurde, gingen mir noch meine Brötchen im Kopf rum. Brötchen können Milchprodukte sein oder? Außerdem ist Butter drauf!? Ist Butter nicht auch ein tierisches Produkt? Naja, irgendwann hab ich die Frau neben mir gefragt. Sie meinte aber ganz nett, dass das kein Problem ist! Das hat sie auch schon gemacht. Sie hat sich zuverlässig angehört. Zum Glück war dann auch kein Problem mit meinen Brötchen!
Das ganze Pipapo der Chilenen hat eine gute Stunde gebraucht, dann konnten wir also weiterfahren! Por fin! Endlich!
Bei dem ganzen Aufwand und bei der Warterei wird einem klar, wie toll die Grenzen in Europa doch sind, ohne die ganze Untersuchung der Gepäcke und die ganze Einreise-/ Ausreisegeschichte. :)
Es war schon 17 Uhr, eigentlich sollten wir um die Uhrzeit in Santiago ankommen... Durch den Feierabendverkehr in Santiago dann hat die Fahrt auch nochmal länger gedauert, um 8 waren wir dann da. Naja, ich habe ja noch den Nachtbus bekommen und so musste ich schon nicht so lange in Santiago noch warten. Am Dienstag bin ich dann wieder gut hier angekommen.  





Und dann war ich noch am Samstag auf dem Tololo. Dort sind zwei Gäste vom Hostal hin, und sie haben mich gefragt, ob ich mit möchte. El Tololo ist ein Berg, wo ein Observatorium ist (ca. 2200 m). Dort gibt es ziemlich viele extrem große astronomische Teleskope, die sie benutzen, um z.B. Bilder von den Sternen zu machen. Es war sehr interessant, wie die Teleskope und die dazugehörigen Instrumente funktionieren.

Der silberne Punkt auf dem Berg in der Mitte ist Tololo ;)
Das ist die Aussicht von dort oben



Das bin ich vor einem der kleineren Teleskope :) Und es war wirklich kalt in diesen Gebäuden drin, ich hab sogar eine Jacke an...

Das ist das Victor M. Blanco Teleskop, das Hauptteleskop von Tololo:
von außen
und von innen:








Das ist übrigens der Strand von La Serena, die nächste Großstadt von hier aus (mit dem Bus ein bis eineinhalb Stunden):
Avenida del Mar (der Weg zum Meer)



Montag, 1. Dezember 2014

1. Dezember – ein wunderschöner, sommerlicher Tag

Wie ich heute festgestellt habe, ist schon Dezember... Das sagt mir zu mindest mein Kalender. Aber hier gibt es so viele Gegensätze, die einen echt durcheinander bringen können. Die Sonne ist dauerhaft im Norden und nicht im Süden. Wenn ich ehrlich bin, fällt mir das aber nicht mal so auf... Was bringt es mir auch, wenn ich weiß wo Norden und Süden ist, mein Orientierungssinn bleibt der gleiche. Was mir aber wirklich extrem aufgefallen ist: Spätestens um 9 abends ist es dunkel. Das hat mich wirklich durcheinander gebracht, ich dachte es wäre Sommer und da ist doch dann auch immer bis was weiß ich wie lang abends noch hell?! Daran merkt man dann eben, dass man hier einfach viel näher am Äquator ist. 

Aber jetzt zu dem schönen Sommertag im Dezember: Heute Morgen hab ich mir eine lange Jogginghose und ein T-Shirt angezogen. Im Haus ist die lange Hose morgens ganz erträglich und noch nicht zu warm. Nach dem Frühstück musste ein wenig geputzt werden. Danach wurde geschmückt. Die ganze Weihnachtsdeko wurde herausgeholt und ich habe den Plastikweihnachtsbaum ein wenig geschmückt. Ein Echter wäre hier wahrscheinlich schon nach einem Tag vertrocknet, daher haben hier alle nur so Plastikbäume. Aber ehrlich gesagt kam dabei schon ein wenig Weihnachtsfeeling auf. Dann wurde es aber schon langsam mittag und immer wärmer. Als ich nach draußen bin, war es viel zu warm in der langen Hose. Es ist Sommer! Es ist warm. Die Sonne scheint. Der Himmel ist blau und wolkenlos. Vögel zwitschern. Es ist Dezember. Ich soll also in 10 Tagen Geburtstag haben, in 24/25 Tagen ist Weihnachten, in 31 Tagen ist Silvester und in 32 Tagen ist schon Neujahr. Eigentlich waren das alles sind Dinge, die ich immer mit Winter, Kälte und ab und zu mit Schnee verbunden habe. Dieses Jahr muss ich mich wohl daran gewöhnen, dass Sommer ist und das Weihnachten im Sommer ist. In ein paar Tagen kann ich euch auch noch den schön geschmückten Plastikwehinachtsbaum zeigen, heute sind wir noch nicht ganz fertig geworden mit Schmücken und ich hab noch keine Bilder gemacht.


Ach ja, am letzten Freitag habe ich übrigens das erste Mal ein kleines spürbares Erdbeben mitbekommen und nicht verschlafen. Erdbeben gibt es hier eigentlich jeden Tag, die spürt man bloß meistens nicht und bei denen, die man gespürt hat, hab ich bisher immer geschlafen. Warum sollte ich auch von so einem Erdbeben aufwachen? Ich kann auch am hellichten Tag schlafen, wenn Kinder draußen spielen oder die Müllabfuhr vorbeifährt, wie man die letzten Wochen zuhause ja gemerkt hat ;) Am Freitag war ich also zufällig wach und dann kam das Geräusch... Naja, das war eigentlich das, was ich echt komisch fand, draußen so Geräusche und dann hier drin der Schrank. Ein bisschen wackeln nebenher, mehr nicht. Am Samstag hat sich das gleich auch nochmal wiederholt, da war es allerdings tagsüber und ich konnte es wirklich nicht verschlafen.

Bis bald! Und bis dahin euch eine schöne Adventszeit!