Freitag, 21. November 2014

Santiago

Am Montag und Dienstag diese Woche war ich mit meiner Großtante in Santiago. Dort musste sowohl meine Großtante als auch ich ein paar Dinge in den ministerios klären. Als das erledigt war, haben wir uns noch ein bisschen die Stadt angeschaut und haben Bekannte von meiner Großtante besucht, die in Santiago leben. 

Die ganze Reise war ein ganz schönes Abenteuer. 
Man merkt hier ziemlich schnell, dass alles einfach ein bisschen länger braucht oder einfach auch nichts auf Anhieb klappt... Man könnte meinen, die Chilenen sind kompliziert, aber eigentlich sind sie einfach nur manchmal zu gelassen und zu verpeilt. Schreibfehler auf Geburtsurkunden von früher kommen zum Beispiel öfter mal vor. Das ist den Chilenen auch schon aufgefallen. Allerdings war das kein Problem bei uns. 
Das von meiner Großtante hat nun immerhin geklappt, sie wollte nämlich das Haus auf sich überschreiben lassen, da dies noch immer ihrem verstorbenen Mann gehört. Bei meinen Unterlagen dagegen haben sie einen Haken gefunden. Der Hund fehlt! :P Nun ja, zur Erklärung: Ich wollte die chilenische Staatsbürgerschaft annehmen. Weil mein Opa in Chile geboren ist, ist das alles eigentlich auch kein Problem. Ich brauche also Geburtsurkunden von meinem Opa, meinem Papa und mir. Alles hatte ich dabei, von der Regierung, vom chilenischen Konsulat in Deutschland und in Chile von einem anderen ministerio beglaubigt. Der Haken war auf der Geburtsurkunde von meinem Papa. Dort steht nämlich auch der Name von meinem Opa drauf. Das Problem war, dass nur ein Nachname von meinem Opa draufsteht, in Chile haben aber alle zwei Nachnamen (den von Mama und den von Papa). Da die Mama von meinem Opa Hund hieß, fehlte also der Hund auf der Geburtsurkunde von meinem Papa. Und das stört die Chilenen! Dann mach ich das ganze eben noch ein zweites Mal...

Es ging gleich weiter mit dem Abenteuer pur: Naja, eigentlich bin ich echt vorsichtig in diesen Großstädten hier, wegen dem Diebstahl, Überfällen und so... Wie man es eben auch immer wieder gesagt bekommt: Kein Schmuck tragen, keine Kamera frei in der Hand, Rucksack im Gedränge nach vorne,... Naja, ein Fehler ist mir passiert. Wir waren in einem kleinen Restaurant mittagessen. Wir waren am Anfang noch ganz alleine dort, also keine Sorgen, Gepäck neben uns auf den Boden. Mit der Zeit wurde das Restaurant immer voller. Wir saßen nur noch da und haben ein bisschen ausgeruht. Ein Mann am Nebentisch steht auf und geht nach draußen. Ich plötzlich wieder hellwach springe mit einem "Ey!" auf und sprinte hinterher. Mein Rucksack blieb am Eingang liegen... Das wars also mit der Siesta nach dem Essen. Ich war wieder wach und dazu noch ziemlich durch den Wind. Naja, aus Fehlern lernt man. So etwas wird mir hoffentlich nicht noch einmal passieren. 
Und es heißt trotzdem: CHILE - das sicherste Land Südamerikas! 

Hier noch ein paar Bilder von Santiago:


La Moneda. Der chilenische Präsidentenpalast am frühen Morgen.
Früher wurde dort das chilenische Geld gemacht, daher heißt es auch Moneda (= Münze).


Museo del Palacio de la Alhambra:



Congreso Nacional

Plaza de Armas (da dort gerade ein bisschen gebaut wird, ist das hier alles abgesperrt):


So sieht die Plaza normalerweise aus...
[Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/14/Plaza_de_Armas_Santiago_Chile(2).JPG]

Donnerstag, 6. November 2014

Mein Alltag

¡Hola amigos!

Da ich mich jetzt ja schon länger nicht gemeldet habe, bekommt ihr hier mal ein bisschen mehr zu lesen...

So langsam beginnt hier mein Alltag. Seit ungefähr ein, ein halb Wochen laufe ich nun auch schon ohne den Schuh. Meinem Fuß geht es eigentlich ganz gut und er gewöhnt sich jetzt immer mehr wieder an das normale Laufen. Ich muss allerdings immer wieder noch ein bisschen Pause machen und ihn nicht zu arg belasten, aber ich hoffe das wird sich auch bald ändern. 

Wie gesagt, ich fange so langsam an, hier alltägliches zu tun. Morgens gibt es hier meistens mehr zu tun, da es für die Gäste ein Frühstück gibt und die Meisten am Abreisetag auch kurz nach dem Frühstück dann weiterfahren. Außerdem muss man eben immer wieder auf Anfragen nach Zimmern über Mail, über das Telefon, über facebook oder einfach direkt vor der Türe antworten. Ich schreibe oft auch einfach nur irgendwelche Sachen für meine Großtante am Computer und schaue, dass ihre Dateien und Dokumente ein bisschen mehr geordnet sind. 
Ab und zu helfe ich dann meiner Großtante noch beim Einkaufen für das Hostal und natürlich auch für uns. 

Damit es mir hier nicht langweilig wird, nimmt mich meine Großtante auch oft auf irgendwelche Feste mit, bei denen sie irgendetwas helfen muss. So war ich z.B. mal auf dem Kinderfest von drei Grundschulen, da war nämlich die "Semana del Niño" (Woche der Kinder). Dort haben Kinder Preise für z.B. schön gemalte Bilder, ihr Engagement in der Schule oder ihre Pünktlichkeit bekommen. Ein paar dieser Preise musste meine Großtante überreichen. 

Letztes Wochenende war ich auf einem Geburtstag von einer Freundin meiner Großtante dabei. Es war ein ziemlich "normales" Fest für Chilenen. Und das heißt so gut wie die ganze Zeit essen. Als wir angekommen sind gab es zuerst einmal eine riesige Empanada für jeden. Die wurden natürlich alle von den Gastgebern selbstgemacht. Danach gab es ein kleines Stückchen Wurst in einem Brötchen, auf das noch Gurken, Tomaten, usw. gelegt werden, wie man es eben will. Das essen Chilenen ziemlich oft. 
Nun ja, ich wäre da ja dann schon eigentlich satt gewesen, aber das war wohl nur die Vorspeise... Damit sie auch immer noch weiteressen können, gab es also einen Pisco sauer zum Verdauen. Pisco ist so ein Alkohol und sauer heißt, dass es noch mit Zitronen und ich glaub auch bisschen Zucker gemacht wird. Richtig gut ist das natürlich auch nur, wenn es mit eigenen Zitronen aus dem Garten gemacht wird. 
Dann also noch die Hauptspeise: Asado. Was auch sonst hier in Chile... Dazu gab es noch ein bisschen Salat, Gurken, Kartoffeln und so was. 
Danach, man glaubt es kaum, aber es gab wirklich zwei, drei Stunden Pause mit dem Essen. In der war ich dann mit paar anderen Jugendlichen, die dort waren, im Pool im Garten baden. Das war echt gut, da es extrem warm war. 
Nach der Pause gab es dann noch die drei Apfelstrudel, die meine Großtante mit mir gemacht hat. Die waren richtig lecker! Da haben sich die ungefähr 6 Stunden Arbeit am Vortag wirklich gelohnt. Dazu gab es Vanilleeis. Und man will ja nicht verhungern, also gab es noch Brötchen mit Butter, Käse, Avocado und so. 
Danach gab es dann noch quasi als krönenden Abschluss die Geburtstagstorte. 
Als meine Großtante und ich abends nach Hause gekommen sind, wollte keiner von uns noch irgendwas zu Abendessen... :)
Joa, das ist also so ein normales chilenisches Fest. 

Nun verabschiede ich mich mal wieder von euch, jetzt habt ihr ja ein bisschen was von mir gehört und wisst, dass es mich noch gibt. 

Bis bald und muchos saludos cariños de Chile ;)

Ach ja, Bilder hab ich in letzter Zeit nicht so viele gemacht. Aber nächstes Mal werdet ihr dann auch wieder was zu sehen bekommen...